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Interview mit Harald Kolbe zur Bundeskonferenz Forensische Pflege

Mit dem Thema 'Sicherheit durch Kompetenz' haben sich die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der 2. Bundeskonferenz Forensische Pflege, die am 13. und 14. Juli 2015 in der Zeche Zollern in Dortmund stattgefunden hat, beschäftigt.

Mit interaktiven Methoden statt mit Frontalvorträgen haben die forensisch-psychiatrischen Praktikerinnen und Praktiker die Möglichkeit gehabt, das eigene Handeln zu reflektieren und neue Ideen für das Arbeitsfeld zu entwickeln. Christoph Müller hat mit dem Bildungsreferenten der Akademie für Forensische Psychiatrie des Landschaftsverbands Westfalen Lippe, Harald Joachim Kolbe, gesprochen, der mit den fünf Pflegedirektoren der LWL - Massregelvollzugskliniken die neuartige Tagung vorbereitet.

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LWL-Bundeskonferenz: 150 Teilnehmer erörtern künftiges Berufsbild und Aufgabenspektrum - "Schließer gibt es nicht mehr"

"Der Pflege- und Erziehungsdienst ist eine der tragenden Säulen für die Therapie und Sicherheit im Maßregelvollzug. Darum sollte die forensische Pflege ihre Anliegen mit mehr Selbstbewusstsein vertreten." Das hat LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg bei der zweitägigen Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege "Sicherheit durch Kompetenz" in Dortmund gefordert. 150 internationale Pflegewissenschaftler, Pflegepraktiker, Patienten und Angehörige erörterten auf Einladung der Pflegedirektoren der sechs LWL-Maßregelvollzugskliniken (Dortmund, Herne, Rheine, Haldem, Marsberg, Lippstadt-Eickelborn) Anfang der Woche (13./14. Juli) im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern die künftigen Schlüsselqualifikationen in der forensischen Pflege.

Allein in den sechs forensischen Fachkliniken des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) arbeiten derzeit rund 800 der insgesamt etwa 1.200 Beschäftigten im Pflege- und Erziehungsdienst. Nicht nur sei der Pflegedienst damit die größte Berufsgruppe im Maßregelvollzug, er habe auch in den vergangenen dreißig Jahren "eine beispiellose Rollenverschiebung und Professionalisierung durchlaufen", erklärte Hollweg. "Den Schließer gibt es nicht mehr, heute übernehmen Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in der Forensik wesentliche sozialtherapeutische Aufgaben und sind wichtige Bezugspersonen für die Patienten", ergänzte Bernd Sternberg, Pflegedirektor des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt.

Die Statements und Diskussionsbeiträge während der Konferenz machten deutlich: Das Tätigkeitsspektrum der forensischen Pflege wird zusehends anspruchsvoller und vielfältiger. Der Krankenpfleger als Alleskönner wird künftig kaum noch gefragt sein, stattdessen gibt es vielerorts bereits einen Mix unterschiedlicher Ausbildungsniveaus vom Pflegebachelor über die Fachpflegerin bis hin zur Assistenzkraft. Parallel dazu kommen durch die geplante Reform der Krankenpflegeausbildung andere Ausbildungsgänge wie etwa die Heilerziehungspflege in den Blick. Hollweg mahnte: "Mehr als je zuvor wird es unsere Aufgabe sein, sowohl erfahrene als auch neue Pflegemitarbeiter kontinuierlich und individuell für die speziellen Anforderungen in der Forensik zu qualifizieren." Ein erster Schritt sei bereits getan mit dem Aufbau einer LWL-Akademie für forensische Psychiatrie. Diese offeriere fachlich fundierte und praxisnahe Fortbildungen für Beschäftigte des Maßregelvollzuges.

Bildungsmanager Harald Kolbe von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie hatte die Konferenz organisiert und dabei auf die üblichen Frontalvorträge und Powerpoint-Präsentationen verzichtet. Stattdessen ließ er die Teilnehmer ihre Sichtweisen in sogenannten Sesselrunden und Workshops vortragen und diskutieren. Die neuartige Methode der "Visual Facilitation" visualisiert dabei Diskussionsergebnisse quasi in Echtzeit: Ein professioneller Illustrator hört und zeichnet mit - und macht so auf einer großen Leinwand die wichtigsten Diskussionsstränge und Argumente zeichnerisch sichtbar, noch während die Gespräche laufen. "Dank dieser noch jungen grafischen Darstellungsform bleiben Inhalte besser im Gedächtnis", so Kolbe.

3. Newsletter & Zusammenfassung der zweiten Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege

Zwei Tage lang arbeiteten am 13. und 17. Juli über 150 Teilnehmende auf der zweiten Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege an den Themen Rahmenbedingungen, Qualifikatinen und Schlüsselkompetenzen für den Pflege- und Erziehungsdienst in der forensischen Psychiatrie. Im LWL-Industriemusuem Zeche Zollern trafen sich Pflegende, Führungskräfte, Pflegewissenschaftler, Trägerverwalter, Bildungsverantwortliche, Patienten und Angehörige.

Die Tagungsorganisatoren verzichteten dabei auf die üblichen Frontalvorträge und Präsentationen, stattdessen gab es Sesselrunden, Workshops und eine visuelle Moderation. Dadurch fanden viele unterschiedliche Perspektiven in den Diskussionen Berücksichtigung und es entstand eine besonders intensive Arbeitsatmosphäre.

Am Ende der Tagung standen mehrere Quadratmeter Bilder - nahezu in Echtzeit hat der Tagungsillustrator die wichtigsten Beiträge und Argumente auf großer Leinwand aufgezeichnet

Lesen und betrachten Sie hier im 3. Newsletter der Konferenz die Zusammenfassung und Ergebnisse dieser beiden Tage!

 

Illustrationen zur 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege

Sehen Sie hier die Illustrationen, die die Inhalte der 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege, die am 13. und 14.07.2015 auf der Zeche Zollern in Dortmund stattgefunden hat, wiedergeben. 

2. Newsletter der 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege

Lesen Sie hier die aktuellen Informationen von der 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege vom ersten Konferenztag am 13.07.2015.

1. Newsletter 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege am 13./14.07.2015

Lesen Sie hier die aktuellen Informationen zum Start der 2. Bundeskonferenz forensisch-psychiatrische Pflege, die am 13./14.07.2015 auf der Zeche Zollern in Dortmund stattfindet.

Stellungnahme zum Diskussionsentwurf der Bund-Länder-Arbeitsgruppe

Stellungnahme der DGSP e.V. zum Diskussionsentwurf der Bund-Länder-Arbeitsgruppe vom 5. Dezember 2014 / 20. Januar 2015:
"Entwurf eines Gesetzes zur Novellierung des Rechts der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gemäß § 63 StGb
"

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) hat den vom BMJV vorgelegten Diskussionsentwurf kritisch durchgesehen. Sie ist zu einer überwiegend ablehnenden Bewertung gekommen. Dies vor allem deshalb, weil der Entwurf kaum Neuerungen vorsieht, die wirklich als Fortschritte hin zu einer der Gemeindepsychiatrie vergleichbaren und mit ihr verzahnten Forensik führen werden. Diese Novellierung kann allenfalls als ein erster kleiner Schritt auf einem viel längeren Weg notwendiger und grundsätzlicherer Reformen der psychiatrischen Maßregel betrachtet werden, wie dies die DSGP bereits im Sommer 2014 gefordert hat.

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DGSP-Stellungnahme zur Reform des Maßregelrechts

Forderungen an eine Reform von Recht und Durchführung

der psychiatrischen Maßregel nach § 63 StGB unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit von Dauer und Eingriffsintensität

 

Nach dem das Bundesjustizministerium im Juli 2013 ein "Eckpunktepapier" zur Reform des Maßregelrechts veröffentlicht hat und dies Thema mit dem Koalitionsvertrag im November 2013 endlich auf die politische Agenda gesetzt wurde, bemüht sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe um die Erarbeitung eines Gesetzentwurfs, mit dem vor allem zweierlei erreicht werden soll: Die Zahl der Anordnungen der psychiatrischen Maßregel nach § 63 StGB zu verringern und die Dauer der Unterbringung durch ein gestuftes System an "Höchstfristen" zu begrenzen. Eine ursprünglich noch vorgesehene vermehrte Einschaltung von Sachverständigen zur Überprüfung der weiteren Unterbringungsnotwendigkeit wurde inzwischen fallen gelassen.

Mit einer ersten Stellungnahme zum "Eckpunktepapier" des BMJ hatte die DGSP bereits am 31. Oktober 2013 die Punkte vorgestellt, die nach ihrer Ansicht in der Reformdiskussion unbedingt Beachtung zu finden haben. In der nun vorliegenden Fassung werden sie als "Forderungen der DGSP" konkretisiert und in den potisch notwendigen Diskussionsprozess eingebracht.Forderungen an eine Reform