• DE
Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie

Fachausschuss Forensik

der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP)

Save-the-Date: 4. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege

Am 17./18. Juni 2019 wird die 4. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege zum Thema „Ich spreche forensisch. Und Du?“ Auf Augenhöhe begegnen – miteinander arbeiten! stattfinden.

Ziel der Konferenz ist es, am ersten Tag Empowerment und Recovery praktisch erfahrbar zu machen. Am zweiten Tag sollen Ideen und praktische Ansätze für die Arbeit mit Peers vorgestellt und die Möglichkeiten diskutiert werden, wie diese in die berufliche Praxis integriert werden können. So individuell jeder Lebens- und Rehabilitationsweg ist, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die professionell Tätigen. Für viele „Profis“ stellt sich die Frage, ob Pflegefachpersonen untergebrachten Personen authentisch Hoffnung vermitteln, Ihnen Orientierung im Behandlungs- und Rehabilitationsverlauf geben und sie zu eigenen Entscheidungen und Verhaltensveränderungen motivieren können? Und wenn ja, wie? Zur Beantwortung dieser Fragen hat ein paritätisch aus Expertinnen und Experten aus Erfahrung sowie mit Pflegedirektoren der LWL-Maßregelvollzugskliniken besetztes Gremium ein Programm entworfen. Dieses Programm sieht schwerpunktmäßig vor, dass Expertinnen und Experten aus Erfahrung Ihre Erfahrungen in Kleingruppen zu ihrer jeweils individuellen Lebens- und Rehabilitationsgeschichte, sowie zu einzelnen Phänomen und als förderlich bzw. hinderlich erlebten Interventionen teilen. Zu diesen Phänomene gehören u.a. „Vom Erhalt der kriminellen Energie“, „Zeitempfinden in der Unterbringung“, „Mann/ Frau sein im Vollzug“, Patientensubgruppen im Vollzug“ und „Unterschiede zwischen JVA und Maßregelvollzug“. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass am zweiten Konferenztag in Kleingruppen Kollegiale Fallbesprechungen durchgeführt werden, die konsequent unter Einbeziehung des Erfahrenen Wissens neue Blickwinkel ermöglichen sollen.

Neben diesem Austausch wird eine Kunstausstellung einzelne forensisch relevante Phänomene und Interventionen „anders“ erfahrbar machen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die während einer Unterbringung Ihren individuellen Recoveryweg über kreative Ausdrucksmöglichkeiten gefunden haben, werden Kunstwerke ausstellen und sie in der Auseinandersetzung mit diesen Kunstwerken zur Reflexion anregen. Die Titel einiger Werke lauten z.B. „Die Unschuldsvermutung“, „Die Bedürfnispyramide nach PsyCh.“, „Ab-sonderung“, „Zwangsbehandlung“ oder „Recover Me“. Lassen Sie sich überraschen und irritieren! Wer untergebrachten Personen Selbstbestimmung und Selbstbefähigung ermöglichen will, muss auch die eigenen Rollen und Handlungsweisen hinterfragen. Dazu bieten wir Ihnen zwei Tage einen Raum – und viel Expertise aus Erfahrung. Diese Erfahrungen sind für alle bedeutsam – für Pflegefachpersonen ebenso wie für Führungskräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Verwaltungsangehörige. _____________________________________________________________________________________